Die Vornahme gymnastischer Übungen ohne Apparat nach dem Vorgang des Dänen Müller, die täglich morgens unbekleidet 15 Minuten lang ausgeführt und in der Mitte durch ein Bad unterbrochen werden sollen, nennt man Müllern. Sie bezwecken die Kräftigung besonders der Rumpfmuskeln, die Anregung der Tätigkeiten der Haut und der inneren Organe. Müller hatte mehrere Systeme erfolglos an sich versucht, darauf sein eigenes ersonnen und sich mit seiner Hilfe ungemein gekräftigt. Wiederholt sind durch das Müllern ernste Erkrankungen an Herz und Unterleibsorganen verursacht worden, deshalb empfehlen wir es nicht. Inzwischen versteht man unter Müllern oft nichts weiter als gewöhnliche apparatelose gymnastische Übungen: also eigentlich gar nichts.

aus:
Ror Wolf: Raoul Tranchirers Taschenkosmos, Berlin 2005